Als ich neulich wieder mal in meinen Lieblingsgemüseladen „Fruit Shop“ in der Ludwigkirchstrasse einlief und mich einfach inspirieren lassen wollte, was es abends zu essen geben könnte, fiel mir ein Gemüse auf, das ich so noch nie gesehen hatte: Schwarzkohl. Hmmm, ok, ich brauchte Informationen. Los ging´s.
Schwarzkohl sieht dem klassischen Grünkohl recht ähnlich, was die Blattstruktur anbetrifft, allerdings hat es längliche einzelne Blätter in sattem Grün mit einem mitteldicken Strunk. Die Amerikaner kennen wohl den Schwarzkohl, denn der „Cale“, der gerade in den letzten Jahren als Superfood in die Küchen der USA Einzug gehalten hat, scheint Schwarzkohl und nicht DER klassische Grünkohl zu sein. Dies wurde mir jedenfalls so berichtet, denn ich habe mich immer gewundert, warum der Cale-Salad, den ich hier dann selbst zubereitete nicht so schmeckt wie in New York. Vielleicht lag es an der falschen Sorte der Familie Kohl, wer weiß?

Auf die Frage, was ich nun damit machen könnte, kam ich in einen lockeren Plausch mit einem der reizenden Verkäufer. Wir fachsimpeln uns gerne mal was zusammen und mir nichts dir nichts, kreierten wir mein abendliches Mahl: Schwarzkohl mit Bandnudeln. Es war echt ein Genuss und nun wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren.

Rezept: Schwarzkohl mit Bandnudeln

Zutaten (für 2 Personen aber beliebig skalierbar):

ca. 7 Stangen Schwarzkohl
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1/2 Peperoni
10 getrocknete Tomatenhälften
1 Packung Bandnudeln oder Tagliatelle
Olivenöl
Parmesankäse
Salz, Pfeffer

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Da sieht man, dass der Schwarzkohl einzelne Blätter hat

Zubereitung

Den Schwarzkohl waschen und den mitteldicken Strunk der Länge nach rausschneiden und dann  in 1/2 -1 cm dicke Streifen schneiden. Salzwasser aufsetzen, zum Kochen bringen und das Gemüse 3-4 Minuten blanchieren, danach kalt abschrecken und abtropfen lassen.

Schwarzkohl ziemlich dünn geschnitten, bevor er blanchiert wird

Den gleichen Topf nochmal verwenden und nochmals Salzwasser für die Nudeln zum Kochen bringen lassen.

Die Zwiebeln, Knoblauch und die Peperoni kleinschneiden und die  getrockneten Tomatenhälften nochmals halbieren. In einer  Wokpfanne das Olivenöl erhitzen und alles in die Pfanne geben und andünsten lassen.

Das erste Dünsten

Wenn das Salzwasser kocht, die Nudeln dazugeben und nach Anweisung kochen.
Wenn das Zwiebelgemüse gut angedünstet ist, den Schwarzkohl dazugeben, salzen und Pfeffern und gut durchmengen. Das Gemüse braucht eine kräftige Würze. Etwas  Brühpulver oder ein kleiner Schucker Sojasosse, je nach Geschmack schadet auch nicht.

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Und dann weiter dünsten mit dem Schwarzkohl

Wer es noch eine spure pikanter mag, kann natürlich noch etwas mehr Schärfe dazugeben. Das Ganze nochmal gute 5 Minuten schmoren lassen. Eine Suppenkelle voll Nudelwasser zum Binden zum Gemüse geben und nochmal aufkochen lassen. Das Gemüse probieren, ob der Schwarzkohl weich genug ist.

Das Nudelwasser abgießen und unter das Gemüse heben. Bei solch grobem Gemüse hobeln wir den Parmesan gerne mit dem Trüffelhobel.

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Die durchgemengten Nudeln mit dem Gemüse auf vorgewärmte Teller servieren und großzügig den Parmesan darüberhobeln.

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Bon appétit!

Beim Essen ist uns aufgefallen, dass man durchaus geröstete Pinienkerne noch am Schluß dazugeben könnte. Das probiere ich dann das nächste Mal aus. Ich hoffe, es schmeckt Euch so gut, wie uns – es war wirklich eine tolle Neuentdeckung und ist ein brillantes Herbst-Winterrezept. Ich wünsche guten Appetit.

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