Irgendetwas Gutes muss das Alter ja mit sich bringen, dachte ich mir. Also habe ich mich mal hingesetzt und angefangen, die Dinge aufzuschreiben, die ich mit 35 gelernt habe. Und da ich schon ein halbes Jahr lang 35 bin, kann ich aus dem Vollen schöpfen. „FOURhang auf“: Mit 35 habe ich gelernt, …

Foto by Florian Kolmer

1. … dass man auf einem Satinkissen schlafen sollte. Gerade ab 35 schreitet ja der Alterungsprozess nur so voran. Und Baumwolle hat eine raue Oberfläche, die weder der Haut noch dem Haar gut tut. Ich wache morgens also seit 35 Jahren ganz schön verknautscht und verknittert auf. Dass man die Nacht zu einem kleinen Beautytreatment verwandeln kann, indem man auf Satinkissen schläft, ist doch genial. Es beugt der Faltenbildung und dem Haarbruch vor. Warum habe ich das nicht schon vor 35 gewusst? Hier bekommt ihr übrigens so einen coolen Satinbezug, der euch morgens etwas hübscher aufwachen lässt (not sponsored!).

Photocredit: Iphoria
Photocredit: Iphoria

2. … dass man auch in Sneakern stylish und bürotauglich durch den Tag kommt. Bis zu meiner ersten Schwangerschaft lief ich eigentlich immer nur mit hohen Absätzen rum, mindestens 8 cm. Man sah mich praktisch nie, niemals mit flachen Schuhen. Auch bis zur Mitte der Schwangerschaft habe ich zumindest noch Keilabsätze getragen, bis ich dann manche Blicke von Familie und Freunden nicht mehr ignorieren konnte. Und siehe da: Katrin kaufte sich ihr erstes Paar Stan Smith von Adidas. Yo, ich würde mal sagen, seitdem läuft es eher andersrum: Man sieht mich praktisch nur noch mit flachen Schuhen, es ist aber auch einfach so bequem. Und das Coolste: Dank der megasüßen Sneaker-Patches von Iphoria kann ich auch noch mein Mädchen-Sein mit Sneakern ausleben – juhu. Sind die Herzchen nicht Zucker?!

Hier mein Obst-Quark mit Chiasamen.

3. … dass die Aussprache von Accessoire folgende ist: Aksesswar. Gut, ein bisschen länger weiß ich es schon, wollte es aber trotzdem hier nicht unerwähnt lassen. Durch Guido Maria Kretschmer und seine „Shopping Queen“-Kommentare weiß das mittlerweile ja auch echt jeder. Aber dass es Tschiasamen (Chiasamen) und Assa-i-beere (Açaíbeere) heißt, weiß ich wirklich erst seit 35. Diese Lebensmittel hatte ich mit 34 auch noch nicht in mein Leben integriert.

4. … dass man bei Falschbetankung quasi direkt ein neues Auto kaufen kann. Zumindest wenn man – wie wir – einen Common-Rail-Motor hat. Der Mann war kürzlich beim Tanken leider in Gedanken und es landete Benzin statt Diesel im Auto. Schaden: 8.000 Euro. Yo, wir haben das alte dann verkauft.

5. … dass „horrible three“ noch krasser sein kann als „terrible two“. Also mit 34 war ich der festen Überzeugung, dass unser Großer gerade die heftigste Phase seines Lebens durchmacht – und wir unseres Lebens ebenfalls. Seit ich 35 bin und der Große 3 Jahre alt ist, weiß ich aber: Es geht immer noch schlimmer. Stichwort Grenzüberschreitung und so. Ein wenig fürchte ich mich vor meiner zukünftigen Erkenntnis mit 36. Aber bis dahin: Was ich jetzt noch nicht weiß, macht mich nicht heiß…

6. … dass Arbeit trotz größtem Stress eigentlich immer noch Entspannung ist. Gut, das mag vor allem auch wieder mit meinen Kindern zu tun haben – und nicht mit der Altersweisheit generell. Aber wirklich gestresst in dem Sinne, dass der Puls rast, fühle ich mich nur noch, wenn meine Kinder zu schnell auf die Straße zurollen oder eine andere potentielle Gefahr droht.

7. … dass man auch mit wenig Schlaf auskommt. Man gewöhnt sich an alles, selbst an 6 Stunden Schlaf pro Nacht. Es ist nicht so, dass ich nicht gerne wieder mal mehr schlafen wollen würde, aber ich komme definitiv gut durch den Tag – sogar ohne Kaffee, da ich keinen Kaffee mag. Aber ab jetzt eben 6 Stunden auf Satinkissen, siehe Punkt 1.

8. … dass man seinen Concealer setten muss. Concealer ist ja ungemein wichtig – siehe Punkt 7. Augenringe von zu wenig Schlaf sind ja nun nicht besonders kleidend. Also verwende ich schon seit einigen Jahren Concealer. Aber erst jetzt habe ich gelernt, dass man ihn auch vernünftig setten muss, sonst krabbelt er in kürzester Zeit in die Augenfältchen. Damit er also dort bleibt, wo er bleiben soll, verwende ich nun losen Puder und einen Make-up-Schwamm. Mrs Bella erklärt es in ihrem Video ganz ausführlich – kann ich nur empfehlen, es euch bis zum Ende anzuschauen. Leonie habe ich überzeugen können und dank dieser Methode hält nun auch ihr unterer Lidstrich samt Wimperntusche den ganzen Tag, was früher nie der Fall bei ihr war.

Hefeteig sollte man immer nur mit Zahnseide schneiden.

9. … dass man Hefeteig mit Zahnseide schneiden muss. Ich liebe ja Zimtschnecken und wer uns bei Instagram folgt, sieht das auch immer wieder mal. Doch erst seit kurzem habe ich gelesen, dass man Hefeteig nicht mit einem Messer beikommen sollte. Die Zahnseide gleitet ganz sanft durch den Teig und zerstört nicht den luftigen, dicken Hefeteig. Außerdem quetscht kein Tropfen der köstlichen Füllung heraus. Perfekt!

Zum Fotografieren musste ich mich hinstellen.

10. … dass man sich als Blogger manchmal zum Horst macht bzw. dass man auffällt, wenn man etwas für den Blog festhalten will. Seit September sind wir ja nun mit dem Blog und unseren Social-Media-Kanälen online. Und da wir vier jeden Tag auch bei Instagram unsere schönsten Momente teilen, müssen diese natürlich vorher auch aufgenommen werden. Stichwort: Essen im Café stehend von oben abfotografieren. Langsam sollten die Kellner und Mitmenschen doch diese Spezies Mensch kennen und nicht mehr groß beachten; eventuell strahle ich aber auch immer ein gewisses Unwohlsein aus. Aber vielleicht lautet meine Weisheit in einem Jahr, dass ich nun gelernt habe, damit umzugehen.

Was habt ihr erst kürzlich gelernt? Verratet es mir gerne in den Kommentaren – ich freue mich drauf!

Eure Katrin

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