Es ist fast schon etwas tragisch, aber so ist es eben. Ich war das erste Mal richtig in einem Kosmetikinstitut und habe mir eine Hautanalyse und ein richtiges Facial-Treatment in Form einer Systempflege gegönnt. Für viele ist es sicher erstaunlich und in meinem Alter etwas ungewöhnlich, so spät die erste richtige, ausgiebige Erfahrung damit zu machen. Klar, ich pflege mich, keine Frage, aber ich bin nicht der Typ der gerne stundenlang an sich rumfummeln lässt. Ich bin auch kein Massagetyp. Aber ich sah neulich einen guten Freund nach ein paar Wochen wieder und da er so gut aussah, mutmaßte ich erstmal, er habe Botox gespritzt! Whuaaa! Es stellte sich aber heraus, dass er eine jener Kosmetik-Sitzungen genossen und einfach eine neue Creme benutzt, die ihn so strahlen ließ. Eine bessere PR gibt es nicht! Da ich nicht einfach die Creme in ganz Berlin aufkaufen konnte, war das mein Anlass, bei Babor-Berlin vorbeizuschauen. Viel Spaß bei einem meiner seltenen Ausflüge ins Beauty-Segment.

Gleich als ich im Kosmetikinstitut angekommen bin, habe ich natürlich von meinem Erlebnis mit meinem Freund erzählt und dass ich natürlich unbedingt diese Creme bräuchte. Nix da. Mir wurde sofort der Wind aus den Segeln genommen, denn diese Creme kann für ihn toll sein, muß es aber nicht unbedingt für mich. Deshalb ging es erstmal zur Hautanalyse, um festzustellen, wie es überhaupt steht, um das wichtigste Organ. Also zumindest im Gesicht. Let´s face it, ich habe mit Falten um die Augen zu kämpfen, mit meiner Haut am Hals bin ich auch nicht happy (Stichwort Tag der Schluppenbluse). Habe auch ein paar Flecken von der Sonne und vor allem mag ich meine Nasolabialfalten nicht.

Hautanalyse

Um den Zustand des aktuellen Hautbildes festzustellen, steckte ich also den Kopf in eine Apparatur, lehnte die Stirn gegen einen Stopper, schloß die Augen und dann blitzt es 3 Mal. Rauskommen sind Szenarien, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. Wie steht es nämlich mit Falten, Flecken, Texturen, Sonnenvorschädigung, Poren oder Abbauprodukten von Aknebakterien? Klingt wild und so sieht es auch aus. Vorher wird dem Computer noch mein Alter verraten und dann analysiert dieser meinen Zustand. Jetzt heißt es tief Luft holen und sich auf alles gefasst machen.

Sieht ganz schön spooky aus! Vor allem mein roter Lippenstift!

Und: Ich war angenehm überrascht. Es war alles mehr als im grünen Bereich. Juhuuuu. Einziger Wermutstropfen war die Veranlagung zu Couperose. Das wußte ich bereits und man kann zumindest etwas tun, damit die Haut und die Äderchen nicht noch mehr gereizt werden. Ich fand es super interessant und meine Angst vor der nackten Wahrheit war völlig unbegründet. Meinem Alter entsprechend, habe ich wirklich eine gute Haut, die gepflegt werden sollte und auch muß. Meine Annahme, ich habe eine ölige Mischhaut, hat sich im im Laufe der Jahre auch verändert. Ich brauche sehr, sehr viel Feuchtigkeit. Doch dazu später mehr.
Nun ging es dann in die Kabine und bekam mein Facial-Treatment in Form einer Systempflege (klingt ein bißchen wie die Programme der Autowaschanlage :-)).

Gesicht – Systempflege

Vermutlich habt Ihr das schon oft gehört und das Thema wird auch oft stiefmütterlich behandelt. Es ist aber das A und O. Das Abschminken. Ich bin ehrlich. Wenn ich vielleicht zu selten Masken etc. benutze, aber ich schminke mich immer ab. Allein der Gedanke, die Schminke nachts auf meinem Kopfkissen, behagt mir gar nicht. Die Haut kann sich nachts nicht erholen, nicht atmen und allein diese Vorstellung macht mir gleich noch mehr Falten.
Aber: Auch hier kann man Fehler machen. Mein Gefühl, mein Abschminkprodukt muß schäumen, damit meine Haut richtig sauber wird ist ein Trugschluss. Denn mein Schaum, ist zu aggressiv für meine Haut. Sie spannt nach der Reinigung und ich egalisiere das dann mit einer Creme. Das sollte so nicht sein. Frau Lingner hat mich mit einem 2 Phasen Produkt abgeschminkt, das für jeden Hauttyp geeignet ist: Erst mit Hy-Öl, dann mit Phytoactive Cleansing. Beides wird dann mit feuchten Händen miteinander emulgiert und abgewaschen.  Sogar das Augen Make-up geht damit weg.

So eine Duschhaube macht auch nicht schöner! Aber warten wir es mal bis zum Ende ab!

Es gab noch ein leichtes Puderpeeling, was für meine Haut (Stichwort Couperose) super ist, weil es nur minimale Schleifpartikel hat. Perfekt.

Ampullen-Alarm

Von den Babor-Ampullen habt Ihr sicher schon gehört. Ich schwöre seit Jahren auf diese Dinger, aber wieder mal nicht wissend, wie ich sie eigentlich einsetze. Arrggggh. Wie habe ich es bisher gemacht? Wenn ich meiner Haut mal wieder was Gutes tun möchte, schaue ich im Schrank und finde oft noch eine Packung mit 7 Ampullen und knalle mir das dann als Kur ins Gesicht. Sparsam wie ich bin, habe ich morgens eine Ampulle geöffnet, die Hälfte benutzt, ganz gleich was drin war und nahm abends den Rest, muß doch reichen, oder? Alles FALSCH. Ampullen müssen sofort aufgebraucht werden, sonst gehen die wertvollen Inhaltsstoffe flöten. Immer lieber ein paar Tropfen in die Hand geben und in die Haut einklopfen, so lange bis die Ampulle leer ist. Das ist ein bißchen so wie beim Blumengießen. Habt Ihr trockenen Boden (so wie in dem Fall die Haut nach der Reinigung) und wollt giessen, sollte man der Pflanze langsam Wasser zuführen, bis der Boden aufgeweicht ist, sonst läuft alles neben raus und die Wurzel wird nicht naß. Durch das stetigen Einklopfen der Ampulle, kommen mehr und mehr Feuchtigkeit und Wirkstoffe in die Haut.

Anfangen sollte man also immer mit Feuchtigkeit. Ich bekam erstmal die Hydra-Ampulle, gefolgt von Algen Active Ampulle, der Collagen Booster Ampulle und final der Dual-Serum-Lifting. 3 Ampullen nach einander! Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass meine Haut das „schluckt“. Frau Lingner erklärte mir, dass man bis zu 10 Ampulle in das Gesicht einarbeiten kann. Es gibt unheimlich viele unterschiedliche Ampullen, wichtig ist hier, lasst Euch beraten.

Was ist denn nun mit der Wundercreme?

Nachdem ich mich also wunderbar durchfeuchtet fühlte, ging es nun an die Tiefenpflege. Ihr erinnert Euch an die Creme, die ich geradezu aufkaufen wollte? Laut meiner Hautanalyse könnte sie also auch für mich passen. Gefühlt hatte ich nach einer weiteren halben Stunde eine Wochenpackung von Ultimate Repair Creme  (eignet sich übrigens auch bei postoperativer Pflege) einmassiert bekommen. Vom Haaransatz bis zum kompletten Décolleté. Darüber noch die Collagen Booster Creme und fertig war ich. Meine geröteten Nasolabialfalten waren fast nicht mehr rot und mein Gesicht war prall wie ein Babypopo. Das nennt man also Systempflege. Alles auf die Haut abgestimmt und auf einander aufbauend. Gibt es ja bei vielen Kosmetikfirmen.

Mein Fazit:

Es war ungemein aufschlußreich, interessant und ich habe viel gelernt. Natürlich kann man so einen Aufwand nicht täglich auf sich nehmen. Muss ja auch gar nicht sein. Da ich ja oft Ampullen benutze, weiß ich jetzt welche für mich gut und geeignet sind, wie ich sie richtig anwenden muß. Da ich sowieso eine neue Creme brauchte, hoffe ich, dass ich in ein paar Tagen immer noch so zufrieden bin, wie nach meinem Besuch. Habe also meine kleine Systempflege. Meinem Alter entsprechend sollte ich dennoch meiner Haut mehr Aufmerksamkeit schenken, das habe ich ihr gestern versprochen. Einen weiteren Termin für die Tiefenpflege werde ich auf jeden Fall machen und ich lass Euch in einem halben Jahr wissen, wie sich meine Haut entwickelt hat.

Autor

4 Kommentare

Einen Kommentar schreiben