Vielleicht seid Ihr auch so ein Fan der Sendung „The Taste“ wie ich? Wie die Kandidaten diese Wahnsinnkreationen auf einen einzelnen Löffel zaubern? Ich bin jedes Mal sowas von geplättet. Und das nicht nur von den Profis, sondern auch von den Hobbyköchen. Denn das sind wir ja schließlich auch! Während ich also immer gebannt vor dem Fernseher diese Herausforderungen neidvoll mitverfolgte, fielen immer wieder zwei Worte: Sous Vide. Hm…beim ersten Mal hatte ich nur Fragezeichen in den Augen. Aber recht schnell habe ich geschnallt, dass das eine Garmethode ist, die den Geschmack des Gargutes besonders hervorhebt. Es hat über ein Jahr gedauert, bis ich mich zu solch einem Gerät entschloss und habe es für Euch getestet. Mit einem Weihnachtsklassiker: Ente à l‘ Orange. FOURhang auf!

Ich habe immer mit mir gerungen. Soll ich oder soll ich nicht. Und als ich recherchierte, wurden mir immer fritteusengroße Geräte angeboten. Aber wollte ich noch ein weiteres neues „Haustier“ in meiner Küche? Ich habe schließlich schon eine Mikrowelle (die mir im letzten Jahr vom Mann zum Geburtstag geschenkt wurde…das ist eine andere Geschichte und der Hintergrund ist sehr süss). Aber ich hatte mir immerhin im letzten Jahr bereits ein Sous Vide Kochbuch zugelegt! Also war es jetzt an der Zeit.

Warum eigentlich Sous Vide?

Sous Vide ist die vermutlich schonendste Garmethode. Klar, die  Niedriggarmethode ist derer sehr ähnlich. Einzig das Coole und auch das Effektvolle ist, dass man in den vakuumvierten Beuteln noch ein paar Zutaten hinzufügen kann, die dann in dem warmen Wasser konzentriert in das Gargut eindringen können. Dazu kommt, dass das Wasser nie über 100 Grad erhitzt wird und somit alle Geschmacks- und Nährstoffe im Produkt und somit total aromatisch bleiben. Das Wasser wird auf eine auf das Produkt spezifische Gradzahl erhitzt und darin „ziehen“ durch der Beutel die Ingredienzien in das Produkt. Richtig erraten: Zu dem Gerät, das gleich beschrieben wird, benötigt man auch noch einen Vakuumierer und die passenden Tüten.

Welches Sous Vide Gerät? Die Entscheidung

Als ich letzte Woche  bei einem Ehemaligentreffen meiner Ex-Firma war, habe ich mit einem geschätzten Kollegen ein Fachgespräch geführt. Denn a) hat er Ahnung, weil er einen coolen Blog hat,  Mettsalat, und b) hat er mich über ein neues Gerät informiert, das er selbst in Besitz hat und ich von der Existenz noch nichts wusste. Ein Sous Vide Stick oder auch Zirkulator.

Man braucht noch nicht mal wirklich eine Gebrauchsanweisung!

Das Tolle daran, sieht aus wie eine Art Dildo (ist das das Tolle daran …hmmm…. hahahaha) und man kann ihn mit den hauseigenen Töpfen benutzen.

Viel besser als so ein fritteusengroßes Wasserbad!

Einfach einklemmen, Stecker in die Dose und los geht es. Wer möchte, lädt auch noch die App runter und kann alles von unterwegs aus steuern. Denn schließlich sind die Garvorgänge bei manchen Fleischsorten sehr lang und man kann gut und gerne seine Einkäufe einschieben. Stichwort: Sehr praktisch.

Wer´s braucht, programmiert die App!

Fazit: Mein Geschenk von meinen Eltern, also mein Kauf (weil praktischer für Mama und Papa), fiel auf einen Anova.
So und nun muß ich auch damit kochen: Ich habe mich für einen Klassiker entschieden:

Ente à l‘ Orange Sous Vide:

Interessanterweise habe ich mich nicht für ein Fisch-Rezept entschieden, obwohl ich ja eine prädestinierte Fischköchin bin. Dachte mir aber, vielleicht habt Ihr Lust auf ein klassisches Weihnachtsrezept, nur eben etwas anders: Nämlich: Ente à l`Orange Sous Vide mit einem erfrischenden russischen Spitzkohl-Karottensalat. Völlig LowCarb und mal was anderes als die normale Sättigungsbeilage. Die Personenangaben sind bei beiden Rezepten natürlich zu variieren.

Junger Hund: Es hat geklappt!
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Ente à l' Orange
Vorbereitung 30 min
Kochzeit 30 min
Wartezeit 2,5 Std
Portionen
Personen
Vorbereitung 30 min
Kochzeit 30 min
Wartezeit 2,5 Std
Portionen
Personen
Anleitungen
  1. Sous Vide Stick am Topf befestigen und den Topf mit Wasser füllen. Den Stick auf 57 Grad aufheizen
  2. Die Entenbrüste je in Vakuumbeutel mit Orangenscheiben, Knoblauch, Schalotten, Thymian und Pfefferkörnern füllen und vakuumieren.
  3. Wenn der Stick die Temperatur erreicht hat, die Beutel in den Topf legen und 2,5 Stunden köcheln lassen.
  4. Danach die Brüste aus den Beuteln nehmen und den restlichen Inhalt im Beutel lassen. Die Haut der Ente schräg einritzen.
  5. Eine Pfanne stark erhitzen und ohne weiteres Fett die Brüste auf der Hautseite scharf anbraten.
  6. Danach die Ente aus der Pfanne nehmen und ruhen lassen. Rotwein und Essig in die Pfanne geben und das Fett ablöschen. Den Inhalt des Beutels hinzugeben und alles ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze einkochen. Preiselbeeren hinzufügen und eiskalte Butter unterschlagen.
  7. Die Ente Tagliata aufschneiden und mit der Sosse benetzen. Dazu passt ein herrlich erfrischender Spitzkohlsalat mit Karotte.

Und so schaut´s dann im Ganzen aus!

Tja und was dazu? Ich habe ja schon gesagt, dass es ein Spitzkohlsalat wurde. Neulich war Christian Lohse bei „Grill den Profi“ (ihr seht, ich bin Kochshow addicted), aber ich liebe auch seine Kochkunst. Und warum muß es denn immer heftig, fettiges Kartoffelgratin sein? Nein, die leichte Variante von einem russischen Spitzkohlsalat mit Karotten, macht das Gericht frisch und wirklich köstlich!

Die Beilage zur Ente à l’Orange: Russischer Spitzkohlsalat

Ich hatte damals einfach zugehört und mir gedacht, dass der Salat super lecker und erfrischend ist. Und genauso ist es.

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Russischer Spitzkohlsalat
Vorbereitung 15 Minuten
Portionen
Vorbereitung 15 Minuten
Portionen
Anleitungen
  1. Creme Fraiche, Meerrettich, Milch und Zitronensaft miteinander vermischen
  2. Spitzkohl hauchdünn aufschneiden
  3. Lauch ebenfalls hauchdünn aufschneiden. Mit dem Spitzkohl in eine Schüssel geben. Dazu etwas Salz und Zucker und mit den Händen etwas walken
  4. Sellerie und Karotten hobeln
  5. Alles zusammen in einer Schüssel vermischen und gegebenenfalls noch abschmecken. Fertig.

So, dem ist nun so gut wie nichts mehr zuzufügen. Außer: Hoffe, ich habe Euch etwas inspirieren können, etwas Neues zu wagen. Ja ich weiß, es sind Investitionen, die man tätigen muss. Aber eine Überlegung ist es durch aus wert: Warum sollte man an der Gesundheit sparen, wenn man weiß, dass diese Zubereitungsart wesentlich besser und schonender und vitaminreicher ist? Und, ich kann bestätigen, dass es auch einfach fantastisch schmeckt!

Ich würde es sofort wieder kochen!

Bin sehr gespannt, was Ihr sagt! Und bis dahin einen tolle Vorweihnachtszeit!

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2 Kommentare

  1. Dein Rezept mache ich nach für 6 Personen.
    Sous Vide Stick vorhanden.
    Dankeschön für diese Rezepte.
    Schöne Feiertage.

    • Hallihallo, ja wie toll, darüber freue ich mich umso mehr.
      Noch 2 Tipps: Wenn Du die Entenbrüste einschweisst, lege die Orangen, Zwiebeln und Knoblauch nicht auf die Haut sondern auf die Fleischseite oder daneben. Durch das Einschweissen drücken Zwiebeln und Knobi auf die Fettschicht und gibt Dellen und dann wird sie beim Anbraten nicht durchgehend kross. Oder Du beschwerst beim Braten die Brust mit einem Kopf, dass die Fettseite plan auf dem Pfannenboden aufliegt um ein gleichmäßiges krosses Ergebnis zu erzielen.
      Und beim Spitzkohlsalat kannst du auch noch etwas Dill mit hinzufügen, wenn Euch das schmeckt.
      Ich wünsche gutes Gelingen und schöne Weihnachten! Herzlichst Leonie

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