Was zieht man als Gast beim Poloturnier eigentlich an? Das war so das Erste, woran ich dachte, als mein lieber Freund Eike mich fragte, ob wir am Wochenende einen kleinen Ausflug in die Nähe von Hamburg machen würden. Zum BMW Polo Cup Gut Basthorst 2016.

Gut, ich kenne mich im Reitsport aus, war auch schon auf den größten Reitturnieren und Pferderennen, aber irgendwie hatte ich so ein Bauchgefühl, dass das was anderes sei. Also kein Hut, das war klar. Mir kamen die unfassbar gut aussehenden argentinischen Polospieler in den Sinn. Hm… Aber sexy ist ja auch nicht das Richtige. Und High-Heels gingen ja auch nicht wegen des Rasens. Also machte ich mich etwas schlau und kramte in den Untiefen meines Kleiderschranks nach meinem persönlichen Polo-Style:
Ich verabschiedete mich von meinen Culottes mit gestreiftem Neopren-Oberteil von Zara und zwang mich das erste Mal seit langer Zeit mal wieder in ein Jackett. Weiße Jeans – damit macht man nie was falsch (ich nahm heute mal die Gute von Seven), dann den Hermès-Gürtel, ein Klassiker. Das mit dem Schuhwerk machte mir noch ernsthaft Sorgen. Rasen. Ich mag ja nicht versinken und ungeschickt stolpern, weil mein Absatz einfach stecken bleibt. Auch hier fand ich Abhilfe: ein paar Loafer -erst mal entstauben – in braunem Wildleder, die ich vor Jahren, als ich mal dem Diktat folgte, man müsse sich auf Klassiker fokussieren, bei Uli Knecht erstanden hatte. Nun noch ein dunkelblaues Seidentop von Cos und das erwähnte kurze Jackett von Zara in orange mit pinkem Innenfutter. Das harmonierte hervorragend mit meinen pink-neon Fingernägeln! Somit war es dann auch vorbei mit der vollendeten Klassik. Aber mit ordentlicher Frisur kam ich mir dennoch vor wie auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch! So weit, so gut.

Klassisch ist heute das Outfit
Klassisch ist heute das Outfit

Der BMW Polo Cup Gut Basthorst
Wir hatten keine Ahnung, was uns erwartet. Es hatte traumhaftes Wetter, kleine Poloponys mit ebenso kleinen Polospielern. Zu essen gab es wenig Auswahl, aber so kenne ich das von ländlichen Reitturnieren. Das Spiel versteht man eigentlich recht flott: 4 Chuckas (quasi die Zeitabschnitte à 7 Minuten), zwischenrein gibt es Pferdewechsel (die armen Ponys müssen aber auch flitzen) und zwischendurch Riesengerangel um den Ball, der ja irgendwie mit einem Schläger ins Tor geschossen werden muss. Strategie habe ich irgendwie keine gesehen, scheint aber immer eine zu geben. Dazu kommt noch, dass das Spielfeld so groß ist, dass man dem Veranstalter durchaus einen Sponsor für Ferngläser empfehlen könnte. Ich habe nie gesehen, wo der Ball ist. Ich mutmaßte, da wo das Knäuel an Reitern war. Nun gut. Zwei Spiele, eine gebrochene Nase eines Spielers (der arme Kerl hat aus kürzester Distanz einen Ball direkt auf die Zwölf bekommen), ein Ball-Querschläger, der bei uns auf dem Nebentisch aufgeschlagen ist und eine Flasche zerdeppert hat, und ein paar Horrorgeschichten über die Unfälle beim Polo später sind wir vergnügt wieder in den Wagen gehopst und wieder nach Berlin gedüst.

Ein adäquat gekleideter Eike und Polo bei herrlichstem Wetter
Ein adäquat gekleideter Eike und Polo bei herrlichstem Wetter

Fazit: Es war ein ausgesprochen schönes Vergnügen mit dem guten Freund. Wir haben alles richtig gemacht und sind nicht zur Players Night geblieben. Man muss es ja nicht beim ersten Mal gleich übertreiben. Aber ich komme wieder und mache hiermit den „FOURhang“ zu.

Autor

Einen Kommentar schreiben