Ich bin verliebt in Frankreich und das schon seit Jahrzehnten. Noch immer habe ich einen engen Kontakt zu meiner Austauschfreundin aus der Schule, habe Verwandtschaft in Lothringen und liebe die Sprache. Ich habe viele Sommerferien in unserem Nachbarland verbracht. ABER: Ich war noch nie in Bordeaux! Vor 2 Jahren lernte ich einen Schulfreund meines Mannes kennen, der seit 10 Jahren dort wohnt. Da entflammte die kleine Sehnsucht, dort hin zu fahren. Es dauerte noch einen Augenblick und schups war das Geburtstagsgeschenk des Liebsten geboren. Ein langes Wochenende, rund um Bordeaux. Ich kann Euch sagen, ich hatte danach einen Blues. Kennt Ihr das, wenn man sofort zurück möchte? Das passiert Euch zu 100% auch, nach den Kurztrip nach Bordeaux. FOURhang auf für eine kleine Reise!

Kurztrip nach Bordeau: Landkarte
Die Landkarte war das Geburtstagsgeschenk

Eins war klar, nur Bordeaux war zu wenig. Wenn man schon in der Gegend ist, müssen wir ans Meer und überhaupt gibt es dort so viel zu sehen, Schlösser, Weingüter etc. dass man rumreisen muß! Also hatte ich 4 volleTage, die wir dort waren, so gestaltet, dass wir aus dem Koffer lebten. Habe ich schon lange nicht mehr gemacht, aber geht auch. Man reist ja nicht mit Überseekoffer.

Erste Etappe: Verliebt in Bordeaux

Mit EasyJet ging es Ende September am Mittag für den Kurztrip nach Bordeaux und sind dann mit dem Mietwagen erstmal zu unseren Freunden aufs Land gefahren. Ach Du liebe Güte, wir hatten ja keine Ahnung! Durch den Garten liefen Rehe und im Teich schwimmten Koi-Karpfen. Das Haus war über 100 Jahre alt und überhaupt war das Gehöft ein Inbegriff der Ruhe und Entspannung. Mit den Freunden war es unglaublich lustig und die Gläser wurden bereits am späten Nachmittag geschwungen. Bonjour en France!
Nach einer kurzen Nacht und einem wieder mal feucht fröhlichen Mittagessen düsten wir dann endlich in die Stadt. Das Wetter spielte so semi mit aber allein die Fahrt durch die Stadt an den ausladenden, voll restaurierten Häuserfronten an der Garonne war schon sowas von beeindruckend, dass das UNESCO Weltkulturerbe schon beim ersten Blick gerechtfertigt schien.
Schnell eingecheckt im kleinen, aber sehr feinen Boutique Hotel Konti und nach einem kurzen Nickerchen ging es auch schon ins Restaurant. Unsere Freunde haben uns auch ein paar Tipps gegeben und schon landeten wir in der Brasserie de Noailles. Klassische französische Küche, köstlich, unaufgeregt – ein bißchen wie meine geliebte Paris Bar nur ruhiger!
Unsere richtige Tour startete am kommenden Morgen mit einem Kaffee vor der Kathedrale. Den Blick auf und vor allem hinein sollte man nicht missen. Ich liebte die Mosaike der Säulen.

Kurztrip nach Bordeaux: Mosaik in der Kathedrale von Bordeaux
Säulen in der Kathedrale von Bordeaux

Vom Marché des Capucins bis zur Meeresfrüchteplatte

Es ging in das multikulturelle Viertel zum Marché des Capucins, dem Kapuzinermarkt, wo man im Bistro Poulette frische Mules Frites futtern und das bunte Leben an sich vorbeiziehen lassen kann.

Ich habe mir sagen lassen, auch wenn ich ja eher auf Meeresfrüchte aller Art stehe, dass man unbedingt eine süsse Schweinerei essen muß, auch wenn man nur für einen Kurztrip nach Bordeaux hier war: Canelé Baillardran. Es gibt fast überall kleine Lädchen, die diesen Knaller verkaufen. Wenn ich nicht vorgehabt hätte eine Jumbo Fruits des Mer- Platte am Abend zu essen, wäre es nicht bei einem Canelé geblieben – ich schwöre!

Kurztrip nach Bordeaux: Canelé Baillardran. Ein MUSS!

So aber danach, das mußte dann sein, einen Vin Blanc auf dem Platz am Cours de l’Intendance bevor es dann endlich zu den Meerstieren ging. Ich glaube, man sieht mir an, ich bin glücklich.

Kurztrip nach Bordeaux: Immer wieder Vin Blanc
Immer wieder Vin Blanc! Happy Girl

Den Tipp hatten wir von unseren Freunden, denn das Briefing war ausführlich: Berge an Meeresfrüchten. Ich esse ja alles, von Austern, Schnecken, Krabben, Langusten – und ich konnte einfach nicht länger warten. Das Restaurant L´Embarcadère war mein Hotspot in Bordeaux. Wir saßen draussen in einer kleinen Gasse, die Nachtschwärmer flanierten an uns vorbei und ich war selig. Der Kurztrip nach Bordeaux war für mich eigentlich schon perfekt!

Kurztrip nach Bordeaux: Meeresfrüchte satt!
Meeresfrüchte satt!

Eine Fahrt ans Meer gehört zu einem Kurztrip nach Bordeaux

Wenn der Mann und ich Urlaub machen, sind wir rastlos. Eigentlich sitzen wir immer im Auto und schauen uns die Gegend an. Deshalb war es für mich kein Problem auch 1 1/2 Stunden übers Land zu fahren, um Atlantikluft zu schnuppern. Ich fuhr, der Mann dirigierte und lotste mich an den weitesten und endlosesten Strand, den ich je gesehen habe. Vermutlich ist der im Sommer pickepackevoll, aber Ende September, ein Traum. Biscarrosse, im September verschlafen, nicht gerade schön, was Hotels anbetrifft, aber das macht nichts, denn der Strand und die Muscheln in der Sonne waren die Reise wert. Also Tipp, im Herbst und nicht im überfüllten Hochsommer den Weg dort hin finden.

Kurztrip nach Bordeaux: Ausflug ans Meer
Kilometerlanger Strand

Die besten Austern der Welt gibt es in Arcachon!

Auf dem Weg nach Arcachon habe ich meinen Willen durchgesetzt, denn ich wollte unbedingt zur Dune du Pilat. Ja ich weiß, ein echter Touristenmagnet, aber wann sieht man denn mal eine einsame Düne 110m hoch, 500m breit und 2,7 km lang ist? Oh Gott, lauft bitte mal mit vollgepackter Handtasche (ich wollte ja nicht meine Sachen im Auto lassen) durch den Sand bergauf! Ich habe geschnauft wie eine alte D-Lok, aber alle Anstrengung war es wert.

Geschafft! Ich war oben auf der Dune du Pilat!

Von dort aus ging es nach Arcachon, einem kleinen Städtchen mit leichtem 70ies/80ies Touch, aber den besten Austern, die ich je gegessen habe. Übernachtet haben wir im Hotel Home, nachhaltig gebaut, urig-modern würde ich sagen. Letzten Endes bietet Arcachon im Herbst nicht so viel, es ist ganz klar ein Sommerspot. Aber bei Chez Paul sollte man wirklich in die Welt der Austern eintauchen, auch wenn man keine Perlen darin findet! Einfach toll!

Bordeaux ohne Wein – ist wie Strand ohne Sand

Nach einem Croissant und Café au lait auf der Piazza in Arcachon sind wir wieder Richtung Norden gedüst, einmal Bordeaux umkreist, durch die obere Entre deux Mer Region, haben die Garonne und die Dordogne überquert und landeten dann im entzückenden Städtchen St. Emilion. Berühmt durch seine super teuren Rotweine. Pomerol liegt auch gleich um die Ecke, aber alles kann man ja auch nicht machen. Die Fahrt war malerisch, weil ich eigentlich bei jedem schnuckeligen Chateau anhalten wollte.

St. Emilion ist tagsüber überfüllt von internationalen Touristen. Kein Scherz, denn nachts sind dort fast nur Einheimische, deshalb gibt es auch nicht sehr viele Hotels. Da wir aber am Folgetag wieder abgeflogen sind, bot sich eine Übernachtung im Au Logis des Remparts an. Wenn man länger bleiben sollte, um die komplette Weinregion zu erkunden, sollte man unbedingt sagen, dass man ein Zimmer zum Garten hinaus buchen möchte. Wir hatten das nicht und dementsprechend die doch vereinzelte Autos quasi durchs Bett gefahren und das Kopfsteinpflaster erhöhte den Geräuschpegel auf Düsenjägerniveau :-).
Anyway, erste Amtstat: Einkehren im Bistro am Platz vor der Kirche, wo wir mit Käse und selbstgeschnittener Salami und natürlich einem Glaserl Vino, mal wieder auf unseren Kurztrip nach Bordeaux angestoßen haben. Von dort aus schlenderten wir die Gassen hoch und runter. Das Kaff ist schnell abgefrühstückt, aber einfach schnuckelig mit den alten Häuschen.

Einfach die Gassen hoch und runter schlendern und erkunden – so schön dieses St. Emilion!

Für den Abend haben wir uns dann für Les Délices du Roy entschieden. Gute Wahl und endlich gab es die zweite Spezialität der Region, Ente. Ich habe sie nicht klassisch gegessen sondern als Spezialität des Hauses, als Burger. Es war der helle Wahnsinn.
Müde vom vielen Laufen sind wir dann ins Hotel geschlendert und einen letzten Blick zur beleuchteten Kirche gehascht.

Fazit: Kurztrip nach Bordeaux – ich will wieder hin!

Natürlich kann ich hier nur einen kleinen Snapshot wiedergeben. Es gibt unzählige Reiseführer und das gute Google steht ja immer parat. Aber vielleicht konnte ich einen Impuls geben, eine Stadt und eine Region zu bereisen, die man normalerweise nicht so auf dem Zettel hat. Der Mann, der ein totaler Italien-Junkie ist, ist mittlerweile auch ein Frankreich-Fan geworden und wir beide waren hellauf begeistert.
Wem vielleicht noch eine besondere Idee zu Weihnachten fehlt oder der kommende Geburtstag des/der Liebsten naht, der bekommt von mir eine klare Empfehlung: Machen!

Vielleicht sagen Euch aber Marrakesch, London oder Enschede mehr zu, dann haben wir für Euch auch schon feine Tipps zusammengestellt. Viel Spaß beim Stöbern!

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3 Comments

  1. Super coole Idee …. das wünsche ich mir zum Geburtstag 👏👏 ich liebe Frankreichs 😍 Danke für die Tipps 🙏🤗

  2. EvelinWakri Reply

    Liebe Leonie,
    Vor Begeisterung gestern zu kommentieren vergessen. Der Bericht macht richtig Lust um sofort nach Bordeaux aufzubrechen. St. Emile steht schon lange auf meiner Wishlist… der eine Tag den ich einst in Bordeaux verbrachte, ist noch immer in Erinnerung…
    Ein toller Beitrag und Tipp mit wunderschönen Fotos…
    Gemütlichen Sonntag und liebe Grüße EvelinWakri

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