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Herren Stiefeletten – darum geht es heute auf dem Blog. Doch nicht nur: Es geht um Musik, Politik, Fußball und Kindheitserinnerungen. Und da keiner besser schreiben kann als unser heimliches drittes „FOURhang auf“-Mitglied, darf heute mal wieder Florian ran. Wir haben mal wieder Tränen gelacht…

Das Ding mit dem Bloggen

So langsam kapiere ich das ja mit dem Blog. Entweder man schreibt und fotografiert, was man will, und hofft, dass es jemanden interessiert oder man bekommt Aufträge und schreibt und fotografiert und hofft, dass es jemanden interessiert. Bislang habe ich es als Gastschreiber bei „FOURhang auf“ nur in die zweite Kategorie geschafft. Darüber will ich nicht maulen, schließlich waren meine Themen bislang nicht wirklich kompatibel. Die Reaktionen auf meine Ankündigung mal von einem Stadionbesuch zu schreiben, waren jedenfalls eindeutig. Aber wer weiß, vielleicht muss man nur findig sein, um über Fußball zu schreiben. Und außerdem liegt in einem vorgegebenen Thema ja auch die Herausforderung – zum Beispiel, wenn man über einen Duft schreiben muss… Hallo! Einen Geruch! Danach konnte eigentlich alles nur einfacher sein – selbst dann, als es um die legendären Pfälzer Dätschbällsche ging… Und nun geht es heute um Herren-Stiefeletten.

Das Thema heute: Herren Stiefeletten oder auch: Chelsea Boots

Peinlich wird es, wenn ich dann keine Ahnung habe, worum es geht: Chelsea Boots. Yo, ist dann wohl ne Bildungslücke. Selber schuld, wenn man über 40 Jahre nur mit Sneakern rumgelatscht ist, kopfschüttelnd danebenstand und zusah, wie der eigene Vater Sonntage mit Schuhputzen verbrachte und auch heutzutage noch allenfalls mit dem fünfjährigen Sohn fachsimpelt, ob grün und blau blinkende Sohlen cool sind. Und es kommt noch schlimmer: Zunächst war ich zwar beruhigt, dass der Schuh nichts mit Chelsea Clinton zu tun hat, aber dass ich auch nicht wusste, dass die Beatles, die Fab Four, also die Größten aller Zeiten den Schuh zumindest in der Variante des Beatle Boots für die Neuzeit hip gemacht hatten… Wie kann das sein? Zu der Band weiß eigentlich ich ALLES! Als zehnjähriger Pimpf erkannte ich als einziger in Elmar Hörigs „Elmi Radioshow“ bei SWF3 das von ihm völlig zerhackte „Here, there and everywhere“ und durfte mich anschließend über die Zusendung eines mähenden (!) Schwarzwaldelchs und drei Aufklebern freuen. Tja die 80er, heute gäbs dafür zwei VIP-Tickets für Paul McCartney – Fluch der frühen Geburt. Allerdings hat Elmar Hörig irgendwann später seinen Humor verloren und darf aus bekannten Gründen heutzutage nicht mehr ans Mikro. Daraus wäre also auch nichts geworden.

Nun, also scheinbar weiß ich doch nicht alles über die Beatles, zumindest wurde ich durch die Frisuren, Anzüge und vor allem durch die Musik davon abgehalten, mich mit ihren Schuhen zu beschäftigen. Das darf ich jetzt und es ist im Nachhinein unerklärlich. Denn natürlich kenne ich den Chelsea Boot!

Gilt bei Herren Stiefeletten noch die Regel: No brown after six?

Jeder kennt diese Form! Ein Klassiker! 1830 vom Schuhmacher von Königin Victoria kreiert, dann das Comeback in den 60ern und heute aktueller denn je. Man kann von zeitlos sprechen. Und um das klarzustellen, ich hatte in meinem Leben schon mal Chelsea Boots – nur wusste ich es nicht. Die Erfindung ist schlicht genial: keine Schnürsenkel, leichter Einstieg und perfekter Halt durch das seitliche Stretch-Material – Herr Hall, so hieß der Schuhmacher – war schon ein Fuchs! Diese praktischen Eigenschaften haben vermutlich genauso zum Siegeszug des Schuhs geführt wie seine Eleganz. Ich habe nun das Vergnügen, diese Gant Chelsea Boots in braun zu tragen, das Stretch-Gewebe sogar mit rot drin – sehr geil. Ich schicke mich gerade auch an, die alberne Regel „No brown after six“ zu ignorieren. Für die Fotos im nach wie vor abnormal warmen Kölner Herbst habe ich mich um ein herbstliches Outfit bemüht – und dabei geschwitzt wie ein Eber. Selber schuld, vermutlich funktioniert der Schuh sogar zu T-Shirt und Shorts!

Woher kommt der Name: Chelsea Boot?

Und wieso nun der Name? Nun, da kommt man drauf: Der gute Herr Hall hatte dort seine Werkstatt! So verbinde ich mit dem Londoner Stadtteil vielleicht doch noch was Positives und muss nicht an den blöden FC Chelsea denken. Der FC Chelsea, gegen den mein VfB das UEFA Cup Finale 1997 mit 1:0 verlor und mit demselben Ergebnis 2004 im Achtelfinale der Champions League rausflog – durch ein Eigentor von Fernando Meira. Schockierend, wie präsent das alles ist. Vermutlich, weil immer noch glorreicher als der aktuelle Tabellenstand… Ach ja, der besagte FC Chelsea ist übrigens zu verkaufen. Da wird die konsumaffine Leserschaft gleich hellhörig. Für ein Schnäpple in Höhe von 3,4 Milliarden Euro! Der russische Oligarch ist unzufrieden mit seiner Visum-Situation mit Blick auf den bevorstehenden Brexit…

Und damit ich jetzt stimmungsmäßig wieder die Kurve kriege, ziehe ich meine neuen Herren Stiefeletten an und höre laut Musik. Nicht die Beatles, sondern The Fratellis „Chelsea Dagger“. Dankesschreiben für den Ohrwurm für den restlichen Tag richtet ihr bitte an die Blog-Verantwortlichen! Dödedöp-Dödedöp-Dödedödedödedöp…

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4 Kommentare

  1. Endlich! Ich war schon ganz ungeduldig auf den Bericht über Chelsea Boots von der Sicht eines Jugendlichen Mannes!
    Danke für den Ohrwurm und den amüsanten, lehrreichen und informativen Bericht über die Chealse Boots!!! Mein Mann ist ja vom Alter her mit den Beatles aufgewachsen und war modisch up to date, aber gerade musste ich ihn die Boots zeigen und er meinte: Niemals hätten die Beatles diese Schuhe getragen. Er hat sie schließlich live in Liverpool erlebt, als sie noch nicht bekannt waren. Aber nach langer Suche auf Google bin ich fündig geworden und nun ist auch der Mann überzeugt.
    Der Look zu den Chelsea Boots ist mega cool und das Geschwitze hat sich ausgezahlt!! Einen besseren Gastschreiber können sich die beiden lieben Mädels Leonie und Katrin nicht wünschen. Ich würde auch über Fußball lesen, wenn es so amüsant geschrieben ist.
    Bis bald und liebe Grüße EvelinWakri

    • Liebe Evelin,
      ich habe dem Mann deinen Kommentar vorgelesen. Er hat sehr gelacht und geschmunzelt. Und dass dein Mann die Beatles sogar live gesehen hat, ist ja genial! Vielleicht haben sie die Liebe für die Chelsea Boots erst danach entdeckt. 🙂
      Liebste Grüße
      Katrin

  2. Sabine Schmücker Antworten

    Wenn du genau hinhört, lieber Ehemann der wunderbaren Katrin, dann müsstest du Applaus vernehmen. Toller Artikel, weil zwei Lieblingsthemen drin sind, Fußball und Schuhe! Beides lieb ich, hab mal Fußball gespielt, habe 80 Paar Schuhe, davon reichlich Chelsea Boots! Danke für den unterhaltsamen Blick eines Mannes auf den Schuh

    • Liebe Sabine,
      was für ein schöner Kommentar – vielen Dank! Und da schau her – dass euch die Liebe für Fußball und Schuhe verbindet, ist ja grandios. Auch wenn es vielleicht nicht die Liebe für denselben Verein ist. 🙂
      Liebste Grüße
      Katrin

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